AEG-Telefunken
Am 1. Juni 1965 trat ich bei Telefunken (ab 1967: AEG-Telefunken) in Ulm als Konstrukteur ein, und zwar im Geschäftsbereich Ortung (Radaranlagen). In der Zeit von 1965-1970 war ich mit der Konstruktion von Baugruppen beschäftigt, aber auch mit der Koordinierung der Konstruktionsaufgaben von Nachbauprojekten. In dieser Zeit hatte ich die Pflicht und auch das Vergnügen, mehrfach nach Paris zu reisen. 1970 bekam ich dann ein Angebot, im Rahmen eines nachrichtentechnischen Großprojektes für ca. zwei Jahre in Kapstadt/Südafrika tätig zu sein. Diese Zeit war sicher eine meiner schönsten Lebenserfahrungen in Bezug auf andere Kultur und Menschen, Arbeitsbedingungen, Länder und Sitten. Nach meiner Rückkehr 1972 habe ich erschrocken festgestellt, dass viele Dinge nicht (mehr) dem entsprachen, was ich unter Arbeitswille, Arbeitsmoral und Führungsverhalten verstand: Ein jeder machte was er wann wollte Gleitzeit, Arbeitsbeginn, Überstunden (ob nötig oder nicht). Die Kollegen haben über Gott und die Welt mehr diskutiert als gearbeitet und die Vorgesetzten kümmerten sich keinen Deut darum. Ab da hätte ich mir eigentlich eine andere Firma suchen müssen. Also war ich wieder im Konstruktionsbereich beschäftigt, diesmal als Koordinator eines umfangreichen Nachbauprojektes, später als Gruppenleiter für Kosten- und Terminkoordination und -kontrolle, sowie für Nachbaudokumentation. Spät, aber nicht zu spät habe ich erkannt, dass ich mich bei dieser Firma auf dem Holzweg befand, der in einer Sackgasse endete: ohne Perspektive und Zukunft. Und das mit Vorgesetzten, die Hof hielten, Mitarbeiter und Geld zählten, anstatt sich operativ mit um die Arbeit zu kümmern und Mitarbeiter zu motivieren. Zudem ein Job und keine Ingenieurstätigkeit: schlichtweg nicht mehr zum aushalten! Wen wundert`s: Irgendwann hatte ich das Geld zählen satt es war keines mehr da! Anno 1982 war AEG-Telefunken plötzlich sehr arm – an Geld und vielem Anderen – und so sah ich dort keinerlei Perspektiven mehr für mich. Sicherheit ist nicht alles, und Größe kann täuschen da blieb mir nur ein Weg, den ich schon längst hätte gehen sollen: Anfang 1983 habe ich die Firma auf eigenen Wunsch verlassen. Mein größter Fehler war, so lange zu zögern … Und trotzdem: Es gab auch schöne Seiten in dieser Firma, zum Beispiel Südafrika. Darum beschränke ich meine weiteren Schilderungen zu AEG-Telefunken auf diese Zeit …
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Am Rande
Es gab noch keine PCs die ersten Taschenrechner kamen sündhaft teuer Ende der 60er Jahre auf den Markt, ebenso die ersten CAD-Anlagen. Gerechnet wurde von Hand, von Kopf und mit Rechenschieber allenfalls noch mit mechanischen Rechenmaschinen. So gesehen verwundert es, wie die damals auf den Mond gekommen sind ...
"Wege entstehen dadurch,  dass man sie geht." zurück  Vorwärts zurück  Zurück TELEFUNKEN
Wolfgang und Waltraud Zeiler