Wolfgang und Waltraud Zeiler
Lehre und Ausbildung – 50 Jahre danach In diesem Jahr, also 2010, jährte sich mein Lehrabschluss zum 50. Mal. Also habe ich versucht, mit meiner Lehrfirma in Kontakt zu kommen, um die Möglichkeit der Teilnahme an einer Werksführung zu erörtern.
Zu meiner Lehrzeit war meine Lehrfirma ein eigenständiger Betrieb und hieß Maschinenfabrik Weingarten AG. 1982 fusionierte MW mit Müller und hieß ab dann Müller Weingarten AG. Seit April 2007 gehört Müller Weingarten zum Schuler Konzern. Mein Anruf bei meiner Lehrfirma brachte mich zunächst nicht weiter. Dort bekanm ich zu hören, dass es prinzipiell keine Werksführungen gäbe. Man wolle sich jedoch trotzdem um mein Anliegen kümmern ... Zwischenzeitlich habe ich erfahren, dass am Mehrfarbentammtisch Weingarten meiner Studentenverbindung ein Alter Herr aus einer anderen Verbindung ist, der lange Jahre freigestelltes Mitglied des Betriebsrates meiner Lehrfirma war. Dieser hat die Sache dann in die Hand genommen und es tatsächlich geschafft, dass wir ich und einige mir bekannte Lehrlinge aus meiner Zeit eine Führung bekommen. Zugleich hat er es geschafft, dass diese Führung an dem monatlichen Termin diese Stammtisches stattfindet. Von diesem haben sich zusätzlich ca. 8 Männer und Frauen angeschlossen, so dass wir insgesamt ca. 12 Personen waren. Viele meiner Lehr-Kollegen hatten wie ich nach der Lehre ein Studium absolviert und waren danach bei anderen Firmen beschäftigt und häufig erlosch der Kontakt zu ihrer Lehrfirma. So erkannten wir uns nach 50 Jahren nicht mehr!
Die Führung erfolgte durch einen Ausbilder sowie durch ein Betriebsratsmitglied und dauerte mehrere Stunden. Zunächst wurde uns die Ausbildungsabteilung gezeigt. Hier zeigte sich uns als ehemalige Lehrlinge am deutlichsten, dass und wie sich die Technik bis heute geändert hat: waren wir damals vor allem von Werkbänken und uralten Maschinen umgeben, beherrschen heute CNC-gesteuerte Maschinen und Computer zur Programmierung derselben das Bild. (CNC = Computerized Numerical Control – computerunterstützte numerische Steuerung). Der weitere Gang durch die Hallen offenbarte uns, dass hier keine kompletten Pressen mehr gefertigt werden, sondern nur noch Komponenten, welche dann zusammen mit anderen Teilen im Werk Erfurt zu Maschinen komplettiert werden. Weingarten ist Hauptfertigungsstandort von Maschinenkomponenten wie z. B. Druckpunkten, Zahnrädern und Antriebselementen für alle Pressenbaureihen des Schuler Konzerns. In Weingarten werden kleine Spindelpressen, Nutenstanzen und Nutautomaten produziert. Weitere Kernkompetenzen des Standorts sind Konstruktion und Entwicklung von mechanischen Pressen für die Karosseriefertigung, von Stanz- und Umformautomaten, von Pressen für die Massivumformung und von Nutenstanzen. Darüber hinaus liegt in Weingarten der Schwerpunkt aller Service- und Modernisierungsaktivitäten für die Müller Weingarten-Produkte. Zuletzt ging es in die Werkzeugfabrik, in der vor allem Werkzeuge zur Karosseriefertigung hergestellt werden. Leider sahen wir nirgends die Fertigung im vollen Gange, da noch Ferienzeit war und deshalb die Mehrzahl der Arbeiter Urlaub hatte. Insgesamt sahen wir eine moderne Fabrik, die aber im Gegensatz zu früher an Bedeutung verloren hatte, da sie nur noch den Status eines Zulieferers inne hat. Nach der Führung traf sich die Mehrzahl der Besucher noch am Stammtisch der Landsmannschaft Badenia. Dort rundeten wir den interessanten Tag mit Speis', Trank und Gesprächen ab.
aus: www.geocoaching.com
aus: www.schulergroup.com
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